|
|||
|
Dagmar Feghelm und Markus KerstingRubensBilder der LiebePrestel Verlag ISBN 3-7913-3353-4 94 Seiten, 14,95 €
Der flämische Maler Peter Paul Rubens schloss 1630 eine auch für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Ehe: Der 53-Jährige heiratete die 16-jährige Patrizier- Tochter Helene Fourment. Vier Jahre zuvor, 1626, war seine erste Gattin Isabella Brant gestorben. Beide Frauen sind in Rubens' Werk gegenwärtig: Während in Isabellas Porträts ihre Rolle als Ehefrau und bewunderte Gefährtin dokumentiert ist, wird uns Helene nicht nur als Gattin und Mutter, sondern auch als Muse und Jungbrunnen für den alternden Maler präsentiert. Die verschiedenen Aspekte von Rubens' Beziehungen zu seinen Frauezeigen die Autorenn werden anhand zahlreicher Beispiele anschaulich beleuchtet. In genauen, auf das titelgebende Thema abgestellten Bildanalysen verstehen es die Autoren, uns in die Figurenwelt des P.P.R. einzuführen. Dabei bleiben sie kunsthistorischen Arbeitsprinzipien treuer, als es der zunächst gewählte Buchtitel (s. Cover) vermuten lässt. Voyeuristische Interessen werden hier nur mit und mit bedient. Es geht um die Rollen, die Rubens' Frauen auf seinen Bildern und in seinem Denken und Fühlen spielen. Die Bilder werden in ihrer uns meist verschollenen Symbolik und vor dem erhellten mythologischen Hintergrund vorgeführt. Und Rubens wird erahnbar als sinnenfroher und lebenskluger Mann, der sich seiner Rolle bewusst ist und sie regelrecht auskostet. Der Druck ist trotz des günstigen Preises hervorragend!
S. Croll, April 2005
|