|
|||
|
John Katzenbach Das OpferPsychothriller Aus dem Amerikanischen von Anke Kreutzer Droemer Verlag ISBN 978-3-426-19756-1 653 Seiten, Hardcover, Schutzumschlag Stalking ist strafbar. Wer einem Mitmenschen nachstellt, macht dessen Leben u.U. kaputt. Jeder kann Opfer werden. Das macht das Thema dieses Spannungsromans attraktiv. Michael O'Connell stellt der frendlichen Studentin Ashley nach, denn diese hatte sich für eine Nacht auf ihn und mit ihm eingelassen. Für den Täter ist und bleibt sie auf ewig die Frau des Begehrens. Oder, wenn das nicht erfüllt wird, des Zerstörens. Die Eltern des Mädchens erfahren von der misslungenen Partnerwahl ihrer Tochter und versuchen es im Guten: Mit Zureden, mit Geld. Doch sie können ihr nicht wirklich helfen. Katzenbach hat seinen Stalker mit Fähigkeitet versehen, die es ihm möglich machen, immer wieder die Grenzen zu seiner "Geliebten" zu übertreten und das Leben ihrer Beschützer zu attackieren. Er ist ein gewiefter Hacker und verbreitet Angst und Schrecken. Wenn das nicht genügt, tötet er. Das reicht für einen Psychothriller allemal. Der Erzähler lässt kaum ruhige Momente zu, erfindet stets neue Schwachstellen, an denen O'Connell sein Messer ansetzen kann, so dass der Leser ihm meist bereitwillig folgt. Sogor bis zu der Stelle, an der die Angegriffenen beschließen, den Kampf mit dem Stalker aufzunehmen. Dass es dabei nicht immer mit rechten Dingen zugeht, sei hier angedeutet. Manchmal ist mir der Spannungsaufbau zu durchschaubar. Es ist von Kapitel zu Kapitel nicht viel Neues zu erwarten: Welche Gemeinheit ist jetzt dran? Aber wenn man sich darauf einlassen kann, funktioniert der alte Erzählertrick ohne Störung. Das Ende bleibt bei aller Vorhersehbarkeit überraschend. Die Figuren sind glaubwürdig gezeichnet und die Story ist von dieser Welt. Wie gesagt: Stalking kann jeden treffen.
Simon Croll im April 2007
|