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Adam LangerCrossing CaliforniaRowohlt Verlag 2005, 586 Seiten ISBN 3-498-03921-0 Kein Roman über eine Durchquerung Kaliforniens erwartet Sie, sondern ein Panoptikum amerikanischer Lebensweisen im vorwiegend jüdischen Viertel Chicagos. Es wird durch die "California Avenue" in Arm und Reich geteilt. Wer sie kreuzt, steigt auf - oder ab. Langer erzählt abwechselnd die Geschichten dreier Familien, der Rovners, der Wasserstroms und Wills, die ihr Leben in den Griff bekommen wollen, während in Teheran amerikanische Geiseln festgehalten werden. Zwei Jahre, in denen Großes und Winzigstes passiert. Amüsant ist das strreckenweise zu lesen, vor allem, wenn die Pubertätsstürme über die California hinwegfegen und die Jugend ihre immer wieder bittersüßen Erfahrungen macht. Die Elterngeneration ist dagegen bereits bekannt aus bissigeren Schilderungen eines Updike oder Wolfe. Langer erzählt sehr trocken und enthält sich fast jeden Kommentars. Seine Sympathien behält er für sich. Das überträgt sich zum Teil auf den Leser, dem die Figuren eher fremd bleiben werden. Skurril bis zur Verrücktheit, aber, nun ja, so sind sie halt. Das erzählerische Karussell der Familien dreht sich gerade so langsam, dass der Leser sich gut in eine Familien-Geschichte einlesen kann. Hat er gemütlich Platz genommen, heißt es weiterziehen. Filmisch ist so etwas angemessen. Ein Roman braucht solche Schnitte nicht. Es wirkt so, als habe der Autor keine Idee, wie er die Stränge erzählend verknüpfen kann. Das Titelfoto zeigt zwei schwatzende junge Frauen oder Mädchen. Das trifft den Erzählton eigentlich ganz gut.Ein Buch eher für Amerikaner oder solche, die es werden wollen. (c) Scroll 2005
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