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Loudovic Roubaudi

Die Feuerwehrfrau

Roman, SchirmerGraf Verlag, 208 Seiten, 18,80 €,

ISBN 3-86555-014-2

 

Ein schmales Bändchen, edel aufgemacht und mit einem niedlichen Schutzumschlag. Er zeigt einen Pudel, angeleint an einem Hydranten vor Pariser Kulisse, gezeichnet im Stil der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Putzig.

Man lasse sich nicht täuschen. Der Roman zeigt die zynische und kalte Welt der Pariser Feuerwehr-Soldaten - sie sind Teil der Armee in Frankreich. Der Autor hat dort "gedient", eine Zeit lang. So mag man ihm glauben, dass es hier von Machos und Möchtegern-Machos wimmelt, die sich ergötzen an Feuersbrunst, Blut und Panik aller Art.Die Hälfte des Buches versammelt solch feurig-matschige Szenarien in schnoddrigem Ton - da wickeln sich Unfallopfer um Bahn-Achsen, da wird im Einsatz schon mal ein Kleinwagen plattgemacht, da flirtet der Ersthelfer mit den Resten einer Frau im zermatschten Auto. - Mahlzeit.

Diese Art Kameradschaft kommt ins Wanken, als den Männern eine Hauptmännin vorgesetzt wird. Wie sie sich Respekt verschafft, ist wiederum eine sehr bekannte, männliche Methode, die vornehmlich aus Demütigungen besteht. Den Obermacho Malavoie wollen die Kollegen einbremsen, weil er beginnt, die ganze "Truppe" zu desavouieren in seinem blinden Hass auf Chefin Nathalie Métrono. Die anderen wilden Kerle wollen ihm beweisen, dass seine sexuelle Polung auf Vorurteilen beruht. Wie Sie das machen, müssen Sie schon selbst lesen.

Am Ende wird die Kommandantin mit den riesigen "Glocken" der beste Feuerwehrmann - aber ein vermasselter Einsatz zwingt sie, ihren Helm zu nehmen. Die Mann-Schaft verabschiedet sich in kollektiver Unterwerfung. Dafür schüttelt die Feuerwehrfrau jedem zum Dank - na was wohl?

Nichts für Zartbesaitete, aber vielleicht ein Geschenkbuch für den Partner von der Freiwillen Feuerwehr?! Vielleicht sind die ja wirklich so.

Gott behüte. Oder St. Florian.

Simon Croll 2005

 

 

 

 



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